Jeder, der heute schöne Blumen, Gestecke oder im Frühjahr Jungpflanzen für den eigenen Garten in der Gärtnerei Mairbäurl kauft, ist mit der Qualität zufrieden. Den seit über 50 Jahren bestehenden Gartenbaubetrieb hier in Pichling eröffnete das Ehepaar Mairbäurl 1949, nach der Heirat ein Jahr zuvor, mit einem einzigen Mistbeet. Franz Mairbäurl hat in der Stiftsgärtnerei St. Florian das Gärtnerhandwerk erlernt und anschlie§end die Meisterprüfung abgelegt. Der Firmengrund dafür wurde bereits 1939 erworben, doch zunächst wohnte man in dem Haus gegenüber der Falterwegkapelle. Dort, wo heute die Glashäuser stehen, wurden zuvor noch Kühe vom Vorbesitzer auf einer dürftigen Weide, einer so genannten Hutweide, gehalten.

Von Beginn an florierte das Geschäft, da viele Jungpflanzen und Gemüsesorten gezogen wurden; vor allem volksdeutsche Flüchtlinge, die ihre Gärten intensiv nutzten, waren gute Kunden. Mitte der Fünfzigerjahre entstand das erste Glashaus und 1964/65 konnte der Betrieb durch Zukauf weiterer Flächen erweitert werden. Das bestehende Althaus, in dem zuvor eine Tischlerei und anschließend eine Greißlerei untergebracht waren, wurde 1969 abgerissen und das heutige Wohn- und Geschäftshaus fertiggestellt. Für den Anbau wurde lange Jahre auch der "Spitz" zwischen Oidenerstraße und Falterweg genutzt (hier befand sich ja die erste Busumkehrschleife), gepachtet vom gegenüberliegenden Gasthaus Kochlöffel. Einige Male kam es leider vor, dass ein Wirtshausbesucher nach einigen Bieren die Beete zum Wenden seines Autos oder als Abkürzung zwischen den beiden Straßen missbrauchte. Sohn Walter Mairbüäurl übernahm 1986 die Gärtnerei. Der Schwerpunkt der Verkaufsprodukte verlagerte sich immer mehr zu Blumen, Gestecken und Jungpflanzen, denn das Aufziehen von Gemüse war aufgrund der strengen Bewässerungsauflagen unwirtschaftlich geworden.

David Weinberger