Die Zollordnung von Raffelstetten 903-905

Wegen des aufblühenden Warenverkehrs Anfang des 10. Jahrhunderts wurde eine Regelung der Maut- und Zollordnung notwendig.

Eine solche erfolgte zwischen 903 und 905 - das genaue Datum dieser sogenannten "Taiding" ist nicht bekannt - in Raffelstetten (damals: "Raffoltestetun").

Dabei wurden unter Vorsitz des Markgrafen Aribo durch Befragung von 41 Adeligen die überlieferten Zölle für den Donauhandel in den "Dreigrafschaften" (von Passauerwald bis Wienerwald) ermittelt. Handel trieben Baiern, Slawen und Juden mit Sklaven, Vieh, Honig und vor allem Salz.

Warum ausgerechnet Raffelstetten als Tagungsort auserkoren wurde, hat angesichts der heutigen geographischen Verhältnisse einen überraschenden Grund: Die schiffbare Mündung der Traun in die Donau befand sich in der karolingischen Zeit nicht im Raum Pichling, sondern eben bei Raffelstetten. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass Katastralgemeinden wie Traundorf und Ufer ihre Namen vom Fluß ableiten, jedoch heute weitab der Traun liegen. Der historische Flußlauf geriet eben in Vergessenheit (vgl. Rausch in: Katzinger (Hg.), Ebelsberg).

Aus dem 10. Jahrhundert stammen auch Münzfunde aus der Probstau.

 

Die Aktaufzeichnung liegt nur als Abschrift als sog. "Lonsdorfer Codex" vor. Wesentlich ist die Regelung des Salzhandels bzw. die Höhe des Zolles, der von den Transportschiffen entrichtet werden musste.