NS - ZEIT 1938-1945

Durchfahrt von Hitler durch Ebelsberg in Richtung Pichling
Freudenempfang vieler Pichlinger auf der Bundesstraße
Wehrmachtssoldaten, Kreuzung Pichlingerstraße Bundestraße
Pichlinger Ortsbauernmädchen bei einer Versammlung in Ebelsberg
Unbekannte Soldaten in Pichling
Bombenangriffe vom Süden auf Linz
Bunker im Schiltenberg
Eingang eines Bunkers am Schiltenberg
Erdstollen in der Fischerfeldstraße (Ufer)
Schießscharte (Bunker am Schiltenberg)
Schiltenberg nach dem Luftangriff vom 17.2.1945

Einmarsch 1938

Die ersten Vorboten des heraufschwellenden Krieges kündigten sich an einem warmen Märztag des Jahres 1938 in Pichling an: Nachdem die deutsche Wehrmacht in Österreich einmarschiert war, fuhr der Führer Adolf Hitler am 14.03. auf der Bundesstraße 1 durch Ebelsberg und Pichling Richtung Wien.

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Schotterabbau für Göring-Werke

Schon fünf Monate später - im August 1938 - wurde mit dem Bau der "Reichswerke Hermann Göring" begonnen. Um das Werksgebiet gegen Hochwasser abzusichern, wurden enorme Mengen an Schüttmaterial benötigt, der vor allem aus dem Raum Pichling herangeführt wurde.

Vorerst fasste man das Abbaugebiet rund um den alten DSG-Sportplatz zwischen Falterweg, Biberweg und Ziererfeldstraße (Bäckerfeld) ins Auge. Schon waren Verwaltungsbarracken am Feld zwischen Biber- und Libellenweg errichtet worden, als das Unternehmen aufgrund der dicken Humusschicht gestoppt und das Hauptaugenmerk verlagert wurde:

Durch den Aushub des benötigten Schotters entstanden sowohl der Pichlinger- als auch der Weikerlsee.

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Am 22. September 1939 begann mit dem Beschuss der Westerplatte der Überfall auf Polen und somit der Zweite Weltkrieg.

 

Bau der Kasernenanlage

Auch in Pichling waren die Auswirkungen spürbar: schon 1938 fasste die Wehrmacht den Beschluss, in Ebelsberg eine Großkasernenanlage (heute: Hillerkaserne, PzStbB 4) zu errichten.

Ursprünglich war das Areal zwischen Wienerstraße und dem Fluß Traun (Panholzerweg) ins Auge gefasst worden und sollte der Unterbringung von SS-Einheiten dienen. Schlußendlich wurde aber nur ein Teil dieser Fläche in den Jahren 1941 bis 1943 verbaut.

Für das Bauvorhaben der heutigen Hillerkaserne wurden zum Großteil Gründe des Bauern „Mayr zu Reith“ beschlagnahmt.

Anfangs wurden drei Barrackenanlagen errichtet, von denen sich die größte im Bereich der heutigen Wohnhausanlagen in der Hillerstraße befand. Die zweite Barracke stand an der Florianerstraße und die dritte nördlich des Bauernhofes „Mayr zu Reith“, wo noch bis vor einigen Jahren Reste der Gemeinschaftsküche vorhanden waren.

Die größte Baumaßnahme stellte allerdings die SS-Kasernenanlage dar. Dafür wurde eigens eine Kläranlage beim Panholzerweg errichtet, die noch bis in die 70er Jahre in Betrieb war, ehe auch die Garnison ans Kanalnetz angeschlossen wurde.

Im Zuge dessen wurde auch das Wasserwerk Fischdorf gebaut und das Wasserreservoir beim „Napoleonhof“ angelegt.

Zudem legte die Wehrmacht sowohl im Schlüsselwald als auch am Schiltenberg Munitionslager an. So wurde der gesamte Wald zwischen Ebelsberg und Pichling zur "verbotenen Zone" erklärt.

Als Zufahrt zu den Lagern am Schiltenberg baute man eine zweispurige Straße und einige Nebenstraßen. Dabei wurde das Erdreich 70 Zentimeter abgetragen und mit Granitsteinen des KZ-Lagers Mauthausen aufgefüllt.

Einige Fundamente sind heute noch erhalten.

 

Die Kaserne an sich war aber entgegen den Planungen nie von SS-Einheiten belegt. Bis 1945 wohnten in den westseitigen Gebäuden Bedienstete der Deutschen Reichsbahn und die östlichen Gebäudeanlagen dienten als Lager für Ostflüchtlinge.

 

Auswirkungen des Krieges

Obwohl Pichling von direkten Kampfhandlungen während des Krieges verschont blieb, waren die Auswirkungen sehr wohl zu spüren:

Immer mehr Männer - Knechte und Bauern - wurden eingezogen, um an den verschienen Fronten zu kämpfen.

Dies brachte mit sich, dass vor allem in der Landwirtschaft eklatanter Arbeitskräftemangel herrschte. So wurden die fehlenden Männer durch Kriegsgefangene ersetzt.

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Bombenkrieg

Im Laufe des Krieges wurden auch immer mehr bauliche Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung gegen Bombenangriffe im Raum Pichling verwirklicht. Einige dieser Luftschutzkeller sind heute noch erhalten.

In den Jahren 1944 und 1945 fanden insgesamt 22 alliierte Bombenangriffe mit ca. 8.000 Abwürfen auf Linz statt. Ziel des Bombardements waren primär die Hermann-Göring-Werke, sowie die Stickstoffwerke Ostmark (heute Chemie Linz AG). Insgesamt waren in Linz 1679 Gefallene zu beklagen.

Am verheerensten für den Raum Ebelsberg und Pichling waren die Angriffe am 15. Dezember 1944 (schwere und mittelschwere Schäden an 16 Objekten in Traundorf, Posch, Au, Ufer und Schwaigau; 3 Gebäude total vernichtet und 13 Tote in den Häusern Au Nr. 4 (10) und Au Nr. 3 (2)) sowie vo 17. Februar 1945.

Ebelsberg schien danach in einem Polizeibericht als "völlig vernichtet" auf, allein am Schiltenberg verzeichnete die Schloßverwaltung über 120 Krater. 4 Treffer machten die Straße nach Pichling unpassierbar.

 

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