Bewirtschaftung des Tagerfeldes
Der noch zweigeteilte See Anfang der 50er
Schotteraushub
Kinder im See vor dem Schotterwerk
Badespaß trotz Baustelle

Wo heute der Pichlingersee liegt, befanden sich einst fruchtbare Felder, das so genannte "Tagerfeld". Ein Großteil war im Besitz des Pichlinger Bauern Mühlberger (Seebauer). Quer durch dieses Gebiet verlief auch die historische Römerstraße von Linz nach Enns.

Im Jahr des "Anschlusses" Österreichs an Hitler - Deutschland 1938 fiel die Entscheidung zum Bau der "Hermann Göring Werke" in St. Peter und Zizlau (auch Pichling war im Gespräch).

Um das Werksgelände vor drohenden Hochwasser und Überflutungen der Donau zu sichern, wurde das Baugelände mehrere Meter hoch aufgeschüttet und die Unebenheiten ausgeglichen. Das dazu erforderliche Material wurde vorerst aus dem Weikerlsee gebaggert. Doch nachdem die Schottervorkommen erschöpft waren, wurde am Tagerfeld in Pichling weiter gebaggert. Geleise wurden quer durch Pichling und Posch bis zum Weikerlsee vergelegt, weiter über die Traun, wo sich eine provisorische Brücke befand. Eine kleine Eisenbahn mit bergwerksähnlichen Waggons beförderten den Schotter zu den Hermann Göring-Werken. Noch heute findet so mancher Bauer beim Umackern Teile jener Eisenbahnschienen. Der hochwertige Schotter des Pichlingersee wurde vorallem zum Betonieren verwendet. Später wurde das Material auch für den Autobahnbau verwendet.

 

Entstehung des Grundwassersees

Ganz Pichling befindet sich auf der Traun-Enns-Platte.

Die Humusschicht beträgt hier meist 30-50cm, danach bis ca. 1m Lößlehm, gefolgt von 1 bis 10 m wasserdurchlässigem, eiszeitlichem Schotter, darunter lagert wiederum die als Wasserstauer dienende Schlierschicht.

Diese geologlischen Gegebenheiten sind für enorme Grundwasservorkommen im Raum Pichling verantwortlich.

So könnte es durchaus sein, dass Häuselbauer nach drei bis vier Metern auf Wasser stoßen.

 

Die Entdeckung des Sees

Es hat nicht lange gedauert, da fanden die Pichlinger heraus, welch tolle Bademöglichkeit sich hier eröffnete. Zuvor planschte man in den Bächen oder im Mitterwasser.

Anfangs war man noch alleine, Frau Ulike Jukovic, eine alteingessene Pichlingerin erinnerte sich in ihrer Kindheit an den ständigen Auspruch beim Baden am Pichlinersee " alles unser, soweit das Auge reicht",

 

 

Und es wurde weitergebaggert:

28. November 1952, am westlichen, der damals noch zweigeteilten Pichlinger Schotterseen: Zum x-ten Mal hatte der Baggerführer Albert Weiß bereits die schwere Schaufel ins hochaufspritzende Wasser stürzen lassen, schürfend am ächzenden Drahtseil herausgezogen, und den triefenden Inhalt auf den Schotterberg gekippt. Der Vorgang war monoton: Ausschwenken, Wurf, einholen, zurückschwenken, kippen. Nur zufällig vorüberkommende Spaziergänger fanden die hochaufspritzende Wasserfontäne noch vorübergehend interessant. Nach zig-tausend geförderten Kubikmetern war für den Mann, der die Baggerhebel bediente, die Sache wirklich bereits äußerst eintönig.- Plötzlich kam alles mit einer einzigen Schaufelladung: Über den Schaufelrad ragte ein helles, gebogenes Ding – über den Schotterhaufen rollte etwas Rundes hohles – und noch etwas Dunkles, längliches fiel mit dem Schotter aus der Schaufel. Albert Weiß stellte auf Leerlauf. Sie waren ihm interessant genug um sie dem Landesmuseum einzuliefern. Es handelte sich um einen Mammutstoßzahn, ein menschliches Schädeldach und einen menschlichen Oberarmknochen. Im August des darauf folgenden Jahres baggerte Weiß, diesmal am östlichen Schottersee, aus 5-7 Meter Tiefe einen menschlichen Oberschenkelknochen ans Tageslicht.

 

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