Es war ein langer Weg . . .

Schritt für Schritt: Seebauernkapelle „Stallkirche" Pfarrzentrum - Kirche...

 

1. November 1941: Durch eine Verordnung des Linzer Weihbischofs Dr. Joseph Cal. Fließer wurde für das östliche Gebiet der Stadtpfarre Linz-Ebelsberg die „Kaplanei Pichling" errichtet, und zwar mit dem Auftrag, im Einvernehmen mit der Mutterpfarre und dem Bischöflichen Ordi-nariat für den Bau einer Kirche zu sorgen.

 

3. Februar 1942: Auf Intervention des Pfarramtes Ebelsberg wurde mit der Begründung, dass ältere und gebrechliche Personen den weiten Weg zur Messe nach Ebelsberg nicht bewältigen können, vom Weihbischof die Feier der Messe in der sogenannten Seebauernkapelle, die sich im Privatbesitz der Landwirtseheleute Michael und Franziska Mühlberger, Pichlinger Straße 54, befindet, gestattet.

 

21. März 1963: Zwischen dem Ehepaar Karl und Anna Mauhart, Schwaigau-Straße 2, und der „Kaplanei Pichling" vertreten durch Prälat Leopold Hager als Propst des Stiftes St. Florian, Dr. Johannes Zauner als Stiftsdechant sowie Pfarrvikar Karl Wetzelmayr als Vorsitzender und Josef Gärtner als Vorsitzenderstellvertreter - wurde ein Kaufvertrag über eine Fläche von 9370 m2 zum Preis von S 665.900.- abgeschlossen.

 

28. August 1966: Da sich die Seebauernkapelle, in der schon seit geraumer Zeit an jedem ersten Sonntag im Monat von verschiedenen Priestern aus St. Florian Messen gefeiert wurden, als zu klein erwies, wurde im Sommer verstärkt nach einer Möglichkeit für die Errichtung eines pro-visorischen Gottesdienstraumes gesucht. Angeboten hatte sich der leerstehende Stall im Anwesen der Landwirtseheleute Johann und Christine Mühlberger, Pichlinger Straße 52. Der erste Gottesdienst fand - zugleich mit dem offiziellen Amtsantritt von Johannes Paulmair als zweiter Kaplan von Ebelsberg — am 28. August 1966 statt. Das provisorische Pfarrbüro war bei der Familie Weinberger in der Ziererfeldstraße 49.

 

25. Dezember 1967: Durch eine Verfügung des Diözesanbischofs Dr. Franz Sal. Zauner wurde die „Kaplanei Pichling" zur „Pfarrexpositur Linz — St. Paul zu Pichling" erhoben. Die Errichtungsurkunde hatte folgenden Wortlaut:

„Die Gemeinde Ebelsberg, zu welcher Pichling gehört, wurde 1939 in Linz eingemeindet. Am Stichtag 1967 waren im Räume Pichling 2500 Menschen wohnhaft. Dieser Umstand und die verhältnismäßig große Entfernung von der Pfarrkirche in Ebelsberg sowie die Tatsache, dass bereits 1963 ein Grundstück für eine Gottessiedlung erworben wurde, veranlassen dazu, Pichling nun als eigenen Seelsorgebezirk abzugrenzen und zu einer Pfarrexpositur zu erheben.

Die Schwaigau und alles übrige Gebiet, das derzeit zur Pfarre Asten, aber auch zur Gemeinde Linz gehört, fällt an die neuerrichtete Pfarrexpositur Linz- St. Paul zu Pichling. Als Pfarrexpositur-Kirche dient vorläufig die Notkirche in Pichling, Pichlinger Straße 52, bis das endgültige Gotteshaus errichtet sein wird. Als Begräbnisplatz benützt die Pfarrexpositur den Friedhof von Ebelsberg. Die Wohnung des Pfarrkuraten und die Pfarrexpositurkanzlei befinden sich bis zur Errichtung und Fertigstellung der endgültigen Räum-lichkeiten vorübergehend in Pichling, Ziererfeldstraße 49. Gegeben in Linz am Hochheiligen Weihnachtsfest 1967.

Franziskus Sal. Zauner, e. h."

 

16. Juni 1968: Nach der Bauverhandlung für die erste Bauetappe am 28. März 1968 wurde bereits am 16. Juni im Anschluss an die Fronleichnamsprozession durch Propst Dr. Johannes Zauner, Stadtpfarrer Karl Wetzelmayr, die Architekten Professor Artur Perotti und Dipl.-Ing. Hans Greifeneder sowie die Gemeinderäte Karl Mühlböck und Peter Senn der Spatenstich für das neue Seelsorgezentrum vorgenommen.

 

11. Oktober 1969: Nach einer relativ kurzen Bauzeit konnte Diözesanbischof Dr. Zauner den in erster Linie für den Gottesdienst bestimmten Pfarrsaal weihen.

 

Vom Kuhstall in den Pfarrsaal Zeitungsartikel vom Oktober 1969

Eine der jungen Linzer Pfarren, St. Paul in Pichling (am Pichlinger See), ist umgezogen. Gewissermaßen vom Kuhstall in den Pfarrsaal. Seit drei Jahren nämlich feierte die Gemeinde ihre Gottesdienste in einem dafür behelfsmäßig umgebauten leer stehenden Kuhstall (siehe Bild) – der einzige größere geeignete Raum, der dafür in der Pfarre aufgetrieben werden konnte. Am 11. Oktober zog die Pfarre um. Diözesanbischof Dr. Zauner weihte das neue Pfarrheim ein, in dessen Saal künftig die Sonntagsgottesdienste gefeiert werden; bis der Saal zu klein wird, wie der Bischof meinte, dann wird eine Kirche gebaut. Die Pfarre, dem Stift St. Florian inkorporiert, zählt derzeit 2600 Katholiken, liegt aber in einer der künftigen Linzer Ausweichzonen. Man rechnet mit einem Anwachsen der Bevölkerung auf rund 8000. Außerdem wird das Gebiet künftig als Verbindung zwischen Enns und Linz im vorausgesagten oberösterreichischen Zeitraum an Bedeutung gewinnen. Wie Pfarrer Johannes Paulmair erklärte, wäre die Pfarre ohne die Liturgiefeiern im "Stall" zwar nie so zusammengewachsen, der ehemalige Stall des Bauern Mühlberger wurde außerdem von den Pfarrgemeindemitgliedern in über 300 Arbeitsstunden eingerichtet und adaptiert, letztlich habe die sehr aktive Pfarre jedoch das neue Pfarrzentrum dringend benötigt: für die Liturgie, die Fortbildung, für Sport und Unterhaltung Seelsorglich denkt Pfarrer Paulmair besonders an die Gemeindebildung der Siedler und an die Betreuung der Badegäste (Pichlinger See) durch Sonntagabendgottesdienste mit anschließender Unterhaltung.

 

7. April 1975: Weniger erfreulich war, dass sich sehr bald herausstellte, dass die Flachdächer für unsere Gegenden problematisch sein können. Vertreter der Diözesanfinanzkammer nahmen einen Lokalaugenschein zur Erfassung der Schäden am Pfarrgebäude, insbesondere an den Flachdächern, aber auch an den Fenstern und an den Holzverschalungen vor.

 

7. März 1976: Am ersten Fastensonntag erfolgte die Installation des neuen Pfarrkuraten Günther Türk, eines Augustiner Chorherren aus St. Florian, der bis dahin Kaplan in Linz-Kleinmünchen war.

 

21. Februar 1986: In dieser Pfarrgemeinderatssitzung wurde zum ersten Mal als Hauptpunkt das Thema „Kirchenbau" besprochen, da Dechant Alois Beinhackl, Prälat Wilhelm Neuwirth und Bischof Maximilian Aichern unseren Pfarrer Günther Türk animierten, das Gespräch über den Kirchenneubau in Gang zu bringen. In der Zeit nach dieser PGR-Sitzung verfaßte Pfarrer Türk auf 31/2 Seiten „Gedanken zum Kirchenbau". Diese Gedanken wurden den Sonntagsgottesdienstteilnehmern schriftlich mit der Bitte übergeben, dieses Thema allein, mit anderen und in Gruppen durchzudenken und dann mit dem beigelegten Zettel ihre Meinung im Pfarrbüro abzugeben.

 

17. Oktober 1986: In einer Pfarrversammlung sprach sich eine überwie-gende Mehrheit für den Bau einer richtigen Kirche aus. Die wechselweise Benützung des Pfarrsaales als Gottesdienstraum sowie als Versammlungs-, Ball- und sonstiger Veranstaltungssaal hatte sich im Laufe der Zeit als störend erwiesen.

 

28.März 1987: Der Kirchenbauausschuss, der Pfarrgemeinderat, der Pfarrkirchenrat und interessierte Pichlinger besichtigten im Raum von Linz und Umgebung neue Kirchen.

 

16./17. Mai 1987: Weitere Kirchen wur den in Pfandl bei Bad Ischl, Zinken bach, Salzburg-Liefering, Salzburg-Lehen, Schwaz, Brixen-Milland und Meran-Algund besichtigt.

 

30. September 1987: In einer über die Mitternacht hinaus dauernden Sitzung des Bauausschusses, des Pfarrgemeinderates und des Pfarrkirchenrates fiel eine wichtige Entschei-dung: Der Architekt der neuen Kirche heißt: Dipl.-Ing. Anton Zemann aus Freistadt. Im August und Sep-tember hatten sieben interessierte Architekten ihre Ideen für eine neue Kirche vorgestellt, die Entscheidung war daher nicht leicht gefallen.

 

8. Jänner 1988: In einer gutbesuchten Pfarrversammlung stellte Architekt Dipl.-Ing. Zemann ein Modell von ihm geplanten Kirche vor.

 

6. Juni 1988: Der dem Diözesankunstrat vorgelegte Plan der neuen Kirche und der vorgesehenen Einbindung der vorhandenen Gebäude wurde von diesem zur Verwirklichung empfohlen. Als noch nicht ausführungsreif wurde der Plan des Turmes bezeichnet.

 

3. Juli 1988: Im Rahmen des auch sonst immer sehr gutbesuchten Gemeindefestes nahmen Dombaumeister Dipl.-Ing. Gottfried Nobl, Architekt Dipl.-Ing. Anton Zemann, Frau Vizebürgermeister Edeltraud Hofer und Pfarrer Günther Türk sowie die Vertreter der kirchlichen Organe und der örtlichen Vereine den Spatenstich für die neue Kirche vor.

 

19. Juli 1988: Übermittlung der Ein-reichpläne an den Magistrat der Landeshauptstadt Linz durch Pfarrer Günther Türk.

 

13. Oktober 1988: Da der Diözesankunstrat den vorgelegten Plan des Turmes genehmigte, wäre einer Bauverhandlung nichts mehr im Wege gestanden...

 

20. Oktober 1988: Beginn der ersten Vorarbeiten: Auspflocken der künftigen Kirche und Entfernung der störenden Bäume und Sträucher.

 

9. März 1989: Bei den Bauverhandlungen, die sich wegen der Differenzen über den Turm ungewöhnlich lang verzögert hatten, wurde endlich „grünes Licht" für die Bauvorberei-tung gegeben. Der Turm wurde allerdings wieder ausgeklammert.

 

12. Juni 1989: Vergabegespräche mit den drei Bestbieter-Bau firmen.

 

12. Juli 1989: Mit der Baufirma Johann Holzhaider aus St. Oswald bei Freistadt wurde als Baubeginn der 24. Juli vereinbart.

 

2. August 1989: Nach der Aufstellung des Baukranes an den Vortagen begann heute mit dem Ausbaggern der eigentliche Baubeginn.

 

13. September 1989: Bei der künftigen Wochentagskapelle wurden die ersten Ziegel eingemauert.

 

17. September 1989: Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung nahm Generalabt Prälat Wilhelm Neuwirth unter Assistenz mehrerer Chorherren des Stiftes St. Florian und Pfarrer benachbarter Pfarren die Grundsteinlegung für die neue Kirche vor. Pfarrer Günther Türk konnte dazu auch eine große Zahl weiterer Ehrengäste begrüßen, unter ihnen vor allem Frau Vizebürgermeister Edeltraud Hofer und Gemeinderat Oberst Peter Senn.

 

13. Februar 1990: Neben der Montage der Leimbinder für die Dachkonstruktion gingen die Verhandlungen über die künftigen Arbeiten laufend weiter.

 

4. März 1990: Nach der Dachgleiche entschied sich der Bauausschuss endgültig für ein Ziegeldach anstelle eines Eternitdaches, und zwar sowohl für die Kirche als auch für den lange Zeit umstrittenen Turm, für den am 15. Mai endlich die Fundierungsarbeiten beginnen konnten.

 

1. Juli 1990: Im Rahmen des traditionellen Gemeindefestes, das mit einem Gottesdienst auf der Kirchenwiese eingeleitet wurde, fand am Nachmittag die Turmkreuzweihe durch Generalabt Prälat Wilhelm Neuwirth und anschließend die Turmkreuzsteckung statt, zu der Pfarrer Günther Türk neben Pfarrer Alfred Pree von der Mutterpfarre Ebelsberg auch den Architekten Dipl.-Ing. Anton Zemann sowie die Vertreter der am Kirchen- und Turmbau beschäftigten Firmen begrüßen konnte. Die Feier wurde damit zugleich auch eine „nachgeholte Gleichenfeier".

 

30. Juli 1990: Beginn des Auftragens des Schlemmputzes, der einen leichten Blauton hat.

 

8. August 1990: Setzen der Leistensteine am Vorplatz durch Stefan Steinbinder und einige freiwillige Helfer aus der Pfarre.

 

9.August 1990: Die Firma Straßer begann mit der Verlegung des Kirchenbodens.

 

13. August 1990: Herr Steinbinder beginnt mit Herrn Huber und freiwilligen Helfern die Pflasterung des Kirchenvorplatzes.

 

21. August 1990: Die Firma Straßer setzt die Altarraum-Stufen (Juramarmor).

 

24. August 1990: Aufstellen des Taufsteines, des A